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In Memoriam

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Truppen die Insassen des KZ Auschwitz. Heute ist Auschwitz ein Synonym für den Holocaust, die Massenvernichtung der Juden. Als Mensch und Künstler beschäftigt mich dieses Thema innerlich schon lange. Die Frage, wie kann es geschehen, dass Gemeinschaften zulassen, Andersdenkende oder Andersglaubende ausgrenzen zu dürfen, ja sogar zu töten. Gestern wie heute. Und wo hört mein Schweigen auf.

Im Februar diesen Jahres habe ich im Rahmen der Thementage im Frankfurter Schauspielhaus das Theater-Dokument "Die letzten Zeugen" gesehen. Sechs Überlebende der Shoah sitzen schweigend hinter einem durchsichtigen Vorhang auf der Bühne, ihre nur scheinbar regungslosen Gesichter werden auf die Leinwand projiziert, während vier jüngere Schauspieler deren Lebens- und Leidensgeschichten vorlesen. Es hat mich berührt, diese Menschen zu erleben, zu hören, wie sie erfahren mussten, dass Nachbarn, Lehrer, Vermieter, Mitmenschen sich durch das System "berechtigt" fühlten, ihre dunklen Seiten, Hass, Neid, Gier auszuleben. Sich anmaßten, etwas Besseres zu sein. Nicht wiederzuerkennen waren. Die Nachrichten aus Syrien zeigen, wir haben nichts dazugelernt.

Zeitungsausschnitte, Fotos waren Anregungen für die Serie "In Memoriam I-IV".

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Acryl und Kohle auf Leinwand - jeweils 100x180cm